3 Wege der Manipulation

„Manipulation“ klingt irgendwie so falsch, fast bösartig. Wir verbinden das Wort „Manipulation“ mit dem Wunsch, andere dazu zu bringen, das zu tun, was wir von ihnen möchten, das sie tun. Oder denken. Oder fühlen. Nur würden wir niemals sagen, dass wir einen Menschen manipulieren wollen würden, sondern wir möchten, dass er oder sie uns mehr liebt, besser von uns denkt oder gewisse Sachen nicht denkt, dass er oder sie in einer anderen Art und Weise handelt, die uns besser gefällt. Wir sagen dann: „Ich möchte, dass du mich liebst.“, oder „Wie schaffe ich es bloß, dass andere besser von mir denken?“, und nennen das nicht Manipulation, sondern verpacken es in Watteworte.

Eigentlich ist das sehr unschön. Aber es gibt sie dennoch, die 3 Wege, andere zu manipulieren, ohne, dass du dein Karma völlig erzockst.

Manipulation ist ein antrainiertes Verhalten

Warum haben wir den Wunsch, andere zu etwas zu bringen, was uns besser gefällt? Natürlich wollen wir glücklich und zufrieden sein, unbeschwert, aber warum nehmen wir es in Kauf, andere unsere Wünsche aufzuzwingen?

Zum einen ist da die große Unsicherheit in jedem von uns. Wenn der oder die andere nur noch das tun würde, was ihm/ihr besser gefällt, wo bleibe ich dann? Eine unserer größten Unsicherheiten ist die Angst vor dem Verlassenwerden und Alleinsein. In einer Welt, die so unglaublich schnelllebig ist, suchen wir nach einer Konstanten und was wäre da naheliegender, als eine Partnerschaft? Doch auch die vermittelt uns nur eine gewisse Sicherheit, solange wir das Gefühl der Kontrolle behalten können. Und Kontrolle bekommen wir durch ein gewisses Maß an bewusster oder unbewusster Manipulation. 

Das Verhalten haben viele schon in der Kindheit gelernt: Liebesentzug ist wohl das schlimmste Werkzeug der Manipulation. „Wenn du dich nicht so und so verhältst, dann liebe ich dich nicht mehr.“, oder „Ich liebe dich nur, wenn du artig bist und das tust, was ich für dich geplant habe.“ Das sind klassische Druckmittel, die meistens natürlich nicht auf diese Weise ausformuliert, aber durch ein bestimmtes Verhalten suggeriert werden. 

Und als Kinder reagieren wir darauf. Wir fangen an, uns in unserem Verhalten einzuschränken und lernen nicht nur, wie wir dem Liebesentzug entkommen können, sondern auch, wie wir selber manipulieren können.

Jetzt wirst du denken „Pardon, le fuck?! Ich manipuliere doch nicht!“, aber es ist nichts verwerfliches, es sich einzugestehen. Es war ein Überlebenstrieb, der dich dazu gebracht, die Manipulation zu lernen. Denn ohne Liebe, Anerkennung und Zuneigung verkümmern wir und wir tun alles, um sie zu bekommen. Die Frage ist mehr: bringt es dir heute noch die gewollte Liebe und Sicherheit?

Living a lie

Angenommen du hast es nun geschafft, dann Umfeld so zu arrangieren, dass alle sich auf eine Art verhalten, so dass du dich geliebt fühlst. Fühlst du dich denn nun wirklich sicher?  Denn woher weißt du, was dieser Mensch wirklich für dich fühlt oder über dich denkt? Musst du diese Manipulation nun dein ganzes Leben fortführen, damit es so weitergeht wie bisher? Und wenn du die Person manipulieren konntest, wer sagt, dass du nicht auch manipuliert wurdest? Was würdet ihr voneinander denken, wenn rauskommen würde, dass ihr euch manipuliert habt? 

Das tut mir leid, dass es nun unbequem wird. Unter uns verrate ich dir, dass mir das alles aufgefallen ist, weil ich mich dabei ertappt habe, dass meine größte Schattenseite die Manipulation ist. Sie triggert mich bei anderen und macht mich derart wütend, dass ich förmlich mit der Nase draufgestoßen wurde: wo und wann versuche ich zu manipulieren? Wann verhalte ich mich anders, als ich es will, nur um geliebt zu werden?

Das Problem dabei ist aber nunmal, dass sich alles, was du unterdrückst, in dir staut und früher oder später seinen Weg nach draußen bahnt. Außerdem ist es furchtbar anstrengend, die ganze Zeit zu versuchen, die Kontrolle zu behalten. Alle Personen in deinem Umfeld genau zu beobachten und sich entsprechend zu verhalten. Ich würde allerdings diese Form der Manipulation erstmal ein Verhaltensmuster nennen, wohingegen die reine Manipulation eine Strategie ist, die bewusst und berechnend angewendet wird.

3 Wege der Manipulation

Und doch gibt es sie, die unumstößlichen, absolut sicheren Wege der Manipulation. Wie du andere dazu bringen kannst, sich so zu verhalten, wie du es willst. Und zwar ohne emotionale Erpressung. 

  1. Behandle dich und andere so, wie du selbst behandelt werden willst.

Die Art und Weise, wie wir mit uns selbst umgehen, ist für andere ein guter Maßstab in ihrem Umgang mit uns. Zugegeben, es gibt sie, diese wunderbaren Menschen, die einen so liebevoll und zärtlich behandeln, dass man selbst erstmal auf de Gedanken kommt, es ihnen gleichzutun. Wenn ich wirklich erst hätte geliebt werden können, seid ich mich selbst liebe, wäre ich ziemlich hart verkümmert. 

Aber in dem Moment, wo du aufhörst, dich selber zu verurteilen, nimmst du anderen die Chance, dich zu manipulieren und benötigst sie auch selber nicht mehr. In dem Moment, in dem du andere wertschätzend behandelst, inspirierst du sie dazu, sich zu öffnen und dich ebenso zu behandeln. Wenn sie es nicht tun: Adios Bitchachos!

  1. Denke über dich und andere das, was andere über dich denken sollen.

Ähnlich wie bei Punkt 1 zeigst du anderen, was sie über dich denken sollen, in der Art, wie du über dich denkst. „Die Gedanken sind frei“ und bleiben es hoffentlich für immer. Wir können sie nicht kontrollieren und ob jemand gut oder schlecht über dich denkt, dich mag oder nicht, liegt einfach außerhalb deiner Kontrolle. Du kannst es beeinflussen, indem du nur das zeigst, was dem anderen gefällt. Aber bist du es dann wirklich, die oder der gefällt oder eben nur ein Teil von dir?

  1. Sei du selbst.

Der wohl wichtigste Punkt. Sei du selbst. Und zwar mit absoluter Integrität, Authentizität und Mitgefühl. Denn das Handeln des anderen liegt außerhalb deines Wirkungskreises. Deswegen kannst du doch einfach du selbst sein. Your vibe attracts your tribe. 

Wenn du dich dauernd verstellst, woher sollen dich dann die Menschen so lieben, wie du bist? Und wenn Personen von dir verlangen, dich zu verstellen, um dich zu mögen, wie viel ist dann ihre Zuneigung wert?

Man selbst zu sein und sowohl zu seinen Licht- als auch Schattenseiten zu stehen ist wohl das schwierigste für die meisten von uns. Aber diese Art der Manipulation geht nicht auf Kosten von anderen Menschen. Sie bedeutet einfach, dass du dein Selbstwertgefühl gefunden hast und nicht bereit bist, dich selber wieder einzudämmen, deinen Erfolg, deine Liebe, deine Freiheit, deine Wut, deine Wahrheit, nur um anderen zu gefallen.

Und du kannst dann auch selber deine Verhaltensmuster liebevoll durchschauen und loslassen. 

Yoga und Joggen: neue Herausforderungen meistern

Es ist ungefähr drei Jahre her, dass ich wirklich intensiv joggen war. Neunzig Minuten, alle zwei Tage. Es gehörte zu meiner Routine, danach Yoga zu machen und dann den restlichen Tag zu starten. Immer dabei, mein Hund Emma. Aber mit zunehmenden Alter hatte Emma nicht mehr wirklich Lust zu laufen. Nicht, dass sie es nicht könnte – sie ist nach wie vor ein Ball-Junkie und kann ohne Probleme vier Stunden am Strand spazieren – aber sie hat einfach keinen Bock mehr. Und ich? Ich habe das als Anlass gesehen, dann eben auch nicht mehr zu joggen.

Als ich dann noch Gelenkschmerzen und allergisches Asthma bekam, habe ich die Laufschuhe weit hinten im Schrank versteckt. Nur immer mal wieder haben sie mich angeblinzelt. Fast ein wenig hoffnungsvoll. Und durchaus habe ich immer mal wieder einen zarten Versuch gestartet, das Joggen wieder zu beginnen. Warum ich immer wieder gescheitert bin und jetzt aber für einen Halbmarathon trainiere, wie Yoga und Joggen sich wunderbar ergänzen und warum das alles liebevolles Self-Care bedeutet: darum geht´s im heutigen WildYoga Blog.

Die Motivation wächst mit der Herausforderungen

Natürlich hatte ich damals einfach keine Lust, allein zu joggen. Es war toll, mit Emma bei Wind und Wetter rauszugehen, zu spielen, dabei zu joggen und gemeinsam die Natur zu genießen. Das fehlte mir sehr, als ich die ersten Male allein loslief und dann beschloss, dass das am Thema vorbei ging. Es war eben „unser Ding“ und stattdessen sind wir dann eben gewandert oder einfach spazieren gegangen. Für sie hatte das den gleichen Effekt und ich konnte mich sogar noch etwas besser auf Emma konzentrieren. Aber über die Jahre hat sich dann die Traum-Kombi „Joggen und Yoga“ zu „nur Yoga“ gewandelt und ich wurde bequem. Natürlich fordert mich Yoga heraus, mit jeder Asana, jedem Flow. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht etwas neues über meinen Mind oder Körper lerne. Aber ich merkte, dass ich schlechter schlafen konnte, meine Knie und Hüfte weh taten und ich eigentlich ziemlich lustlos aß. Nicht prinzipiell und immer, aber das Thema „Self-Care“ und „Self-Love“ ist für mich mit rosa Blubber-Schaum-Bädern eben nicht befriedigend.

Vor gut zwei Wochen beschloss ich also, das ganze neu aufzurollen. Dabei sollte der Versuch aber diesmal fruchten und sich nicht wieder nach zwei Einheiten in Wohlgefallen und „ach wär es doch…“ auflösen. Was also tun, um Yoga und Joggen nachhaltig zu kombinieren?

Zunächst einmal habe ich mir einen groben Trainingsplan rausgesucht. Ich wollte ein Ziel haben, etwas, worauf ich hinarbeiten kann. Am besten sollte ich zwischendurch Ergebnisse sehen und spüren, so dass meine Motivation erhalten bleibt. Natürlich ist der Winter nicht ideal, um das Joggen anzufangen? Von wegen: meine Herausforderung sollte von Anfang an hoch liegen. Selbstdisziplin. Raus, auch wenn es bei 4 Grad regnet. 

Was aber sollte mein Ziel sein? Worauf sollte mein Trainingsplan angelegt sein? Ich will weder abnehmen, noch einen strafferen Po (unter uns… wenn der irgendwann aufhört zu krampfen, wird der bestimmt super crispy!). Es geht also um das Mind-Set. 

Meine neue Herausforderung ist also ein Halbmarathon. Ob ich tatsächlich offiziell irgendwo mitlaufe, ist erstmal nebensächlich. Aber sagen zu können „Ich trainiere für einen Halbmarathon“ hilft mir, meine Schuhe zu schnappen und loszulaufen. Ich muss mir auch keine Gedanken machen, wann und wie lange ich laufe: mein Trainingsplan steht und wird nur etwas verschoben, wenn es meiner Motivation nützt. Wenn ich beispielsweise mit meinem 3 jährigen Neffen Plätzchen backen kann und das leider auf meinen Trainingstag fällt, muss ich eben am nächsten Tag laufen gehen.

Aber je höher meine Herausforderung ist, umso größer ist meine Motivation.

Yoga für das Mind-Set

Beim Joggen geht es allerdings nicht nur um die Kondition und körperliche Verfassung, sondern auch um das Durchhalten. Wie gesagt: wenn man bei 4 Grad und Regen losläuft, ist das erstmal kacke. Es ist kalt und nass und man fragt sich, wer einen wohl am Sterbebett besuchen wird, wenn man an der Lungenentzündung dahinsiecht. Nach etwa 15-20 Minuten setzt dann aber ein Flow ein. Der Flow, den ich vom Yoga kenne. Wenn der Mind aufhört zu quatschen und alles mies zu machen und sich beispielsweise darüber freut, dass man so diszipliniert ist. Dass man wieder einen Schritt weiter ist, dem Ziel näher.

Während einer Yogastunde sehen die Gedanken oftmals so aus: „Namaste, ole!….okay…das ist jetzt schon etwas anstrengend…f*ck, das sind keine Muskeln sondern Lederlappen!…wie lange soll ich die Asana noch halten?!…ich kann nicht mehr…ich sterbe….ich hasse Yoga…oh, das fühlt sich ganz gut an…whoops, das war ein lauter Furz….oh..Savasana..ich LIEBE Yoga!“. Und so ähnlich ist es auch beim Joggen. Yoga und Joggen sind sich also ähnlicher, als man denkt.

Beides lehrt einen, dass man so oder so am Ziel ankommt. Man wird die Strecke bewältigen, man wird im Savasana liegen können und man wird sich vielleicht erschöpft, aber auch glücklich fühlen.

Die Ansprüche steigern 

Mein Trainingsplan sieht so aus, dass er sich langsam aber sicher in der Intensität steigert. Er fing bei 25 Minuten an und soll mich darin trainieren, über zwei Stunden joggen zu können (oh Gosh…). Zwischendurch gibt es Regenerationstage, an denen ich entweder gar nicht oder aber nur 20-30 Minuten locker laufe. Aber die immer größeren Anforderungen sind es, die mein Wachstum fördern. Meine Kondition steigert sich dadurch, dass mein Körper lernt, länger durchzuhalten. Der Kreislauf wird trainiert. Meine Muskeln wachsen (uh yeah) und mein Mind lernt, entspannt zu bleiben.

Wir brauchen neue Impulse, um zu wachsen. Das ist beim Joggen wie beim Yoga. Oder eben auch im Alltag. Wenn wir uns nie herausfordern, können wir auch keine neuen Fähigkeiten entwickeln. Das bedeutet nicht, dass wir im Selbstoptimierungswahn verfallen sollen. Aber wenn du dich unzufrieden und irgendwie „Low“ fühlst, kann es dir helfen, deine Ansprüche an dich zu steigern, damit du wieder aus dem Knick kommst. So ging es mir. Als ich mir mehr zugemutet habe, war ich auch zu mehr fähig. Ich kümmere mich viel besser um mich selbst, weil ich auch mehr leisten möchte. Ich muss darauf achten, dass es meinem Körper gut geht, dass er ausreichend versorgt ist und auch seine Ruhe bekommt. 

Selbstdisziplin bedeutet für mich auch Self-Care und Self-Love. 

5 positive Mindsets für mehr persönliches Wachstum

Wie aber kannst du deinen Mind trainieren? Diese 5 Mindsets haben mir geholfen, mein persönliches Wachstum anzukurbeln. Und das ohne Druck oder Stress.

  1. Definiere dein Ziel ganz klar, damit du weißt, worauf du hinarbeiten willst.
  2. Setze dir Zwischenziele, die spürbar sind und die du sogar messen kannst (Dauer des Trainings, Strecke, Geschwindigkeit…)
  3. Fordere deine Fähigkeiten heraus 
  4. Mach dir klar, dass nur neue Herausforderung neue Fähigkeiten mit sich bringen
  5. Gönn dir Ausreißer, wenn sie deiner Zufriedenheit und deinem Durchhaltevermögen helfen.

Besonders der letzte Punkt wird gerne mal falsch verstanden. Aber sei es eine Ernährungsumstellung oder ein Trainingsplan: wenn wir uns nicht erlauben, menschlich zu bleiben, entwickeln wir ganz schnell eine Abneigung und unsere Motivation geht flöten.

5 Yogaübungen für Jogger*Innen

Yoga und Joggen helfen aber nicht nur beim Verbessern der Kondition und des Minds. Yoga hilft, die Muskeln geschmeidig zu halten und zu entspannen. Deswegen gibt es jetzt 5 Yogaübungen für Jogger*Innen, die du deinen Bedürfnissen anpassen kannst. 

Wie du weißt, bin ich ein Verfechter vom intuitiven Yoga. Deswegen spüre ganz genau nach, wie sich dein Körper bei den Asanas anfühlt und lasse dich von den Impulsen leiten.

Halte jede Stellung etwa 5-10 Atemzüge.

1.Stehende Vorwärtsbeuge 

Vorwärtsbeuge.jpg

Lass dich einfach nach vorn sinken, die Knie sind leicht gebeugt, der Nacken entspannt.

2. High LungeYoga und Joggen

Mache einen Schritt nach hinten, die Ferse strebt Richtung Boden, der fordere Fuß ist fest mit dem Boden verbunden und schiebt nach vorn. Lass dich in die Hüfte sinken.

3. Low Lunge

Joggen und Yoga Low Lunge

Lass dein Knie zu Boden sinken und entspann deine Hüfte noch mehr. Lehne dich vorsichtig zurück, so dass dein Brustkorb geöffnet wird.

Wiederhole high- und low Lunge auf der anderen Seite.

4. Tiefe Hocke

Yoga und joggen Übungen

Bring deine Füße etwas weiter auseinander als hüftbreit und lass dein Gesäß Richtung Boden sinken. Achte darauf, ob die Asana deinen Knien gut tut. Schiebe mit deinen Ellbogen deine Knie auseinander. Atme tief in den Bauch.

5. Hüftöffner

Jogging und Yoga

Die Asana ist etwas intensiver und du kannst dir Kissen unter die Knie legen, falls du Schmerzen in der Hüfte oder den Knien bekommst.

Setze dich auf den Boden, lege ein Bein im rechten Winkel vor deinen Körper. Lege den Fuß des anderen Beines auf das Knie und bringe das obere Knie Richtung Boden. Atme tief in den Bauch.

Die Regeneration 

Und Emma? Emma läuft mit, wenn ich die besagten Regenerationstage einlege und locker laufen kann. So kommt auch sie zu einem sanften Training und wir haben unseren Spaß zusammen. Denn unter uns: auch eine 12 jährige Hundeoma muss nicht einrosten. Menschen wie Hunde wollen gefordert werden. 

Also trau dich und wachse über dich hinaus! Sorge gut für dich und staune, wozu du fähig bist!

 

 

Morgenrituale

„Meine Morgenroutine sieht so aus: ich sitze auf der Bettkante und wiege mich vor und zurück!“, dachte ich, als es in einer Instagramstory um morgendliche Rituale ging. Am nächsten Morgen dann machte ich eine verblüffende Entdeckung: ich habe meine ganz eigenen Rituale, die mich motivieren, zentrieren und vor allem auch gesund halten. Körperlich und mental. Jedenfalls so gesund es eben manchmal geht, wenn alles drunter und rüber läuft. Wie mein persönlicher Morgen so aussieht und warum ich immer nah dran bin, in einen Trott zu verfallen, erfährst du hier.

Erst Kaffee, dann Welt

Die meisten Menschen greifen direkt nach dem Aufwachen nach dem Handy. Dadurch, dass es für viele Wecker, E-Book und allgemeiner Nachrichtendienst in einem ist, ist die Versuchung groß, es direkt neben dem Bett liegen zu lassen. Was aber passiert, wenn wir, noch nicht ganz in der Welt, direkt Nachrichten checken? Unsere morgendlichen Rituale definieren, wie der restliche Tag wird. Natürlich nur als Basis, aber jeder kennt das Sprichwort „mit dem falschen Fuß aufstehen“. So können wir auch mit den falschen Nachrichten aufstehen. Wie viele Nachrichten vermitteln uns direkt am Morgen, dass wir a) durchgehend erreichbar sein müssen, b) unsere To-Do noch weiter gewachsen ist, c) sich jemand bei uns Luft machen und seinen Frust ablassen will? Leider zu viele. Kurz gesagt: direkt verkackt.

Ich habe mir angewöhnt, erst bei meinem ersten Kaffee Nachrichten zu checken. Und Kaffee ist mein erstes morgendliches Ritual. Danach bin ich bereit für die Welt. Es ist aber wichtig, dass ich den Kaffee nicht bis in die Ewigkeit in die Länge ziehe. Meistens bis zu einer Stunde gönne ich mir die Zeit, anzukommen, mir eventuell Notizen zu machen, was mich grad beschäftigt oder woran ich denken möchte, wenn ich wirklich richtig wach bin – nach meiner morgendlichen Routine. Da ich selbstständig bin, habe ich selten Termine am Morgen, die mich zwingen, im Büro zu sein. Um weiterhin eine Struktur zu haben, kam es also irgendwann zu dieser Stunde.

Mit Yoga in den Tag

Wenn nicht wirklich etwas anderes wichtiges ansteht, geht es dann ab auf die Matte. Bis zu 90 Minuten. Meistens aber, so unter uns, weniger. Bevor dann allerdings die Asanas losgehen wird geräuchert. Jeder kennt die Räucherstäbchen. Ich stehe auch auf Salbei und Sandelholz. Es macht die Yogasession einfach zu etwas besonderem. Zu einem Ritual. Für das ich mir Zeit nehme. Dabei setze ich entweder eine Intention für meine Praxis, lasse das, was ich mir beim Kaffee vorher aufgeschrieben habe, los oder aber spüre einfach bewusst in meinen Körper, was er heute brauchen würde.

Morgenrituale Räuchern

Danach können sehr unterschiedliche Dinge passieren. Vom Flow über intensives Muskeltraining bis hin zu meditativen Stretchings. Erlaubt ist, was gut tut. Dabei kehren manche Elemente immer wieder, weil ich im Laufe der Jahre gemerkt habe, dass sie meinem Körper oder Geist besonders gut tun.

Morgenrituale der Sonne entgegen

Raus in die Natur

Kaffe: check, Yoga: check. Danach: Hund wecken. Emma schläft meistens bis 11-12 Uhr, so dass ich alles ganz entspannt machen kann, bevor sie sich meldet. So hat sich unsere gemeinsame morgendliche Routine über die Jahre eingespielt. Nach dem Duschen geht es also raus in die Natur. Den Kopf frei machen für den restlichen Tag. Eventuell die ersten Telefonate machen.

Morgendliche Rituale als Basis für den Tag

Es können also sehr einfache Dinge sein, die den Tag besser einleiten als nervig Mitarbeiter oder grimmige Kollegen. Was ist deine morgendliche Routine? Gibt es etwas, das du verbessern möchtest? Oder fällst du einfach aus dem Bett und hoffst, dass du weich landest?

Mit Yoga zur inneren Ordnung

Es gibt Phasen im Leben, in denen es einfach läuft: man ist motiviert, inspiriert und extrem kreativ. Ein Perpetuum Mobile des Schaffens. Auch wenn man wenig schläft, ist man irgendwie ausgeruht und sprüht vor Enthusiasmus. Und dann gibt es eben die anderen Phasen. Die es Umbruchs. Des Wandels und der Unsicherheit. In solchen Zeiten braucht es eine größere Anstrengung, den Dingen, die einem sonst Spaß machen, nachzugehen und sich zu konzentrieren. Oftmals hat man auch das Gefühl, dass man in diesen Zeiten noch weitere Komplikationen anzieht. Ich tendiere dann dazu, mich verstecken zu wollen. Am besten in der Natur, wo alles irgendwie einer rhythmischen Ordnung folgt. Einer Ordnung, die ich auch immer wieder in meinem Leben suche. Und im Yoga finde.

Der Wunsch nach Klarheit

Je chaotischer alles um uns herum ist, desto größer wird der Wunsch nach Ruhe und Klarheit. Kein Wunder, dass wir uns stattdessen immer mehr verstricken: unsere eigenen Gefühle und Wünsche, Ängste und Sorgen treffen auf die von anderen. Im unglücklichsten Fall, sind es entgegengesetzt Gefühle und Bedürfnisse. Sei es bei einer partnerschaftlichen Trennung, die von einem der beiden ausgeht und der andere bleibt verletzt zurück, bei einem anderen Lebenswandel oder auch bei Stagnation im eigenen Leben: die Ungewissheit, wie es weitergehen soll, drängt einen nur noch weiter in die Abwärtsspirale. Die gewünschte Klarheit bleibt es, je mehr man sich darauf versteift, möglichst schnell eine Antwort zu finden.

Ich bin sehr lösungsorientiert. Es fällt mir wirklich schwer, Situationen, die mir oder anderen weh tun, zu ertragen und aufrecht zu erhalten. Aber nicht immer ist eine schnelle Lösung die Antwort. Manchmal muss man den Wunsch nach Klarheit Wunsch sein lassen und die Kontrolle loslassen.

Kontrolle vs. Durchblick

Stell dir vor, deine momentane Situation ist der Sturm und du der Kapitän auf dem Schiff, das ich mal ganz romantisch „Leben“ nennen würde. Du reißt das Steuer hin und her, aber die Wellen peitschen dein Schiff gegen deinen Willen in die unterschiedlichsten Richtungen. Es wird Zeit zu akzeptieren, dass du keine Kontrolle hast. Das bedeutet nicht, dass du das Steuer loslassen und dich deinem Schicksal überlassen sollst, sondern dass du akzeptieren musst, dass es manchmal einfach nicht möglich ist, die Kontrolle zu behalten. Stattdessen kannst du versuchen, den Durchblick zu bekommen oder zumindest deinem Blick etwas mehr Klarheit zu verschaffen:

  • was ist die Ist-Situation?
  • kannst du dich entziehen? Wenn ja: welche Konsequenzen hat das? Wenn nein:
  • kannst du die Situation positiv beeinflussen? Wenn ja: wie? Wenn nein:
  • was würde dir helfen, durchzuhalten?

Nur weil du eine Situation nicht beeinflussen kannst, heißt das nicht, dass du völlig machtlos daneben stehen musst. Du hast vielleicht keinen Einfluss auf das Chaos, aber du kannst die Ordnung dahinter finden.

Its okay not to be okay

Alles hat einen Rhythmus

Manchmal habe ich das Gefühl, einfach durchhalten zu müssen. Auch wenn ich eigentlich keinen Schritt weiter gehen kann und die Probleme oder Herausforderungen sich nur noch häufen. Das Chaos verschlimmert sich. Und ganz ehrlich: ich könnte non-stop heulen. Besonders nach einer gewissen Zeit, von der man glaubte, dass man nur noch ein ganz kleines bisschen durchhalten müsse, dann wird alles besser. Nur noch ein ganz klein wenig. Und tatsächlich: irgendwann löst sich jede Situation auf. Jeder Konflikt. Nichts ist ewig, alles folgt den Bewegungen der Wellen. Es ist ein Kommen und Gehen. Und trotzdem darf man den Mut auch mal verlieren. Es ist okay, nicht okay zu sein. Auch wenn positives Denken hilft, ist manchmal einfach die Kraft verbraucht. Dann hilft mir Yoga.

Yoga als Mitte des Sturms

Kommen wir zu dem Sturm zurück. Ein Tornado hat in seinem Zentrum einen ruhigen Punkt, an dem es windstill ist. Je größer das Chaos ist, umso wichtiger ist es, einen Punkt zu finden, der nicht von anderen abhängig ist, um wieder zur Ruhe und Halt zu finden. Einen Nordstern.

Yoga hilft dir:

  1. einen eigenen Rhythmus zu finden durch eine regelmäßige Praxis
  2. ein Körper wird durch den Atemfluss beim Yoga beruhigt
  3. dein Geist klärt sich und hilft dir, zu sehen, was ist
  4. du widmest dich dir selbst und signalisierst dir, dass du dich um dich kümmerst
  5. auf deiner Matte hast du die Kontrolle und kommst mit deinem Körper, Geist und deiner Seele zusammen

Hinweise, welche Yogaübungen für dich richtig sind und welcher Yogastil dir helfen kann, zu deiner ganz persönlichen Praxis zu gelangen, findest du in meinem Artikel über Yoga für Einsteiger.

Zugegeben: dieser Artikel ist aus dem Chaos entstanden. Momentan versuche ich noch, den Durchblick zu finden. Die Balance zwischen aushalten und loslassen, Kontrolle und Vertrauen. Und komme immer wieder auf meine Yogamatte zurück, um nicht völlig aus dem Rhythmus zu kommen. Wie gehst du mit Chaos in deinem Leben um?

 

Yoga gegen Panikattacken

Yoga gegen Panikattacken

Es ist ein sonniger Morgen. Alles scheint entspannt. Und aus der Tiefe meiner Eingeweide beginnt es langsam zu klingeln. Mittlerweile ist es anfangs eine Art leises Signal, das unter Umständen zu einer ausgewachsenen Panikattacke werden kann. Seit über 20 Jahren wallen diese Gefühle der Angst, Beklemmung, des Kontrollverlustes und der Befürchtung, nun völlig üü zu sein, hoch. Mit 12 das erste Mal. Damals dachte ich, ich müsste sterben. Heute denke ich es noch immer, weiß es aber besser. Yoga hat mir geholfen, aus meiner Angststörung herauszufinden und Panikattacken zu minimieren und auch durchzustehen.Yoga und Panikattacken

Help, I need somebody! – Panikattacken verstehen

Laut Andreas Stöhle, Psychiater und Leiter der Arbeitsgruppe für Angststörungen der Charité in Berlin, erlebt jeder fünfte Mensch in Deutschland eine Panikattacke. Bei etwa vier Prozent entwickelt sich eine Angststörung. Aber was ist das eigentlich, diese Panikattacke?
Rein wissenschaftlich ist sie ein Fluchtreflex, der uns, als wir noch in den Wald gekackt und dabei eventuell von einem wilden Tier hätten gefressen werden können, geholfen hat, zu überleben. Der Körper wird kampf- und fluchtbereit gemacht (fight or flight), indem der Herzschlag beschleunigt und die Muskeln mit Adrenalin versorgt werden. Die Atmung wird schneller und flacher. Bei einer Panikattacke können dabei noch Übelkeit, Schwindel, Enge in der Brust und weitere Symptome auftreten. Falls du unter Panikattacken leidest, kann es also sein, dass du dabei völlig individuelle Symptome bei dir bemerkst.
Nun ist dieser Fluchtreflex aber in Situationen, die völlig harmlos sind, prinzipiell überflüssig und man hat das Gefühl, sie kommen aus dem Nichts oder aber man kennt genau die Situationen, in denen sie gehäuft auftreten. Frage dich aber zunächst: ist es wirklich die Situation, die die Panik auslöst oder hast du Angst, dass du in dieser Situation eine Attacke bekommst? Gefühle wie Scham verschlimmern meist nur die Situation. Meine letzte Panikattacke hatte ich an einem Bahnhof. Nachdem ich erst versucht hatte, völlig normal zu wirken, merkte ich, dass das alles nur schlimmer macht. Also habe ich mich auf den Boden gesetzt, an einer Stelle, die aus irgendeinem Grund „richtig“ erschien und die Augen geschlossen. Wenn du weißt, was dir während einer akuten Panikattacke gut tut, tue es. Du brauchst dich für nichts zu schämen.

Wenn sich die Seele entlädt

Oftmals ist eine Panikattacke eine Möglichkeit, inneren Druck zu entladen. Das kann ganz akute Ursachen haben (Menschenmassen, akute Überforderung, übersteigerte Angst vor einer akuten Situation) oder aber eine spontane Reaktion auf ein vergangenes Ereignis sein. Wie bei einem Burn-Out ist die Seele überlastet, wir sind es aber gewohnt, dennoch weiter zu machen. Kleine Anzeichen wie Unruhe oder Schlaflosigkeit werden missachtet und schließlich kommt es zu einer Art körperlichen Reaktion auf die seelisch-psychische Überbelastung. Meistens dauert der Zustand einer Panikattacke nur wenige Minuten bis zu einer halben Stunde. Unter Umständen kann aber das Gefühl der Angst noch länger dauern. Ähnlich wie bei einem Erdbeben gibt es erst die große Erschütterung, kleinere Nachbeben und dann das Erholen von diesem Beben. Da die körperlichen Reaktionen zuweilen sehr anstrengend sein können, braucht es ein wenig, um wieder klar zu werden. Denn auch, oder vor allem der Geist spielt bei einer solchen Attacke verrückt: wenn sich der Herzschlag beschleunigt kommen Gedanken wie „Oh nein, jetzt geht eine Panik los…“ oder „Hab ich einen Herzinfarkt?“, auf. Dadurch steigert sich die Unruhe und eine Spirale beginnt, bei der sich körperliche und psychisch-seelische Reaktionen gegenseitig bedingen. Als ich das allererste Mal eine Panikattacke hatte dachte ich vor allem „Ich will, dass es aufhört! Wird es jemals aufhören? Bin ich jetzt verrückt? Was ist das?!“. Das Gefühl, komplett die Kontrolle über den Körper und Verstand zu verlieren, ist beängstigend und zog mir den Boden unter den Füßen weg. Ich hatte danach natürlich Angst, in die Schule zu gehen. Was wäre, wenn ich dort eine Panikattacke kriegen würde? Long story short: ich verbrachte etwa 6 Jahre der Schule damit, keine Panik zu schieben und den Unterricht durchzustehen. „Noch 45 Minuten…noch 30…noch 20….noch 10…“ usw. Und das jede Stunde. Ich machte mein Abi und dachte, dass ich dann endlich entspannen könnte. Das war natürlich nicht so. Stattdessen zog ich mich zurück und mied Menschen. Erst als ich 2012 mit Yoga anfing begriff ich langsam, was sich da abspielte.

Werde Beobachter

Ja, ich habe noch Panikattacken und ja, die sind dann trotzdem noch out of control. Je nach Intensität der Attacke und je nachdem, wo ich mich befinde, stehe ich sie entweder durch, sitze sie ab oder überbrücke mit einer Tablette pflanzlicher oder verschreibungspflichtiger Natur. Doch eines hat sich drastisch verändert: ich kann die Panik nun beobachten. Durch Yoga verstand ich, dass ich nicht Panik bin sondern habe. Und ich kann die Situation mit Abstand betrachten, von außen drauf schauen und ruhig handeln. Anstatt panisch auf die Panik zu reagieren, überlege ich: was würde mich gut tun? Was kann ich jetzt gerade tun? Reicht atmen? Spüre ich den Boden unter meinen Füßen? Kann ich noch klar denken? Kann ich mich entziehen? Wie lange dauert die Situation noch? Wem kann ich bescheid sagen? Brauche ich Nähe? Es ist ein taktisches Vorgehen, das einem die Selbstbestimmtheit trotz Kontrollverlust wiedergibt. Und dann, wenn die Situation überstanden ist und ich mich wieder in Sicherheit fühle, frage ich mich: what the fuck? Woher kam das? Denn Panikattacken sind Signale, das etwas nicht stimmt. Das kann etwas sehr Oberflächliches sein, dass einen triggert, weil man früher unter Panikattacken litt und der Körper lediglich daran erinnert wird, wie er damals reagiert hat, oder aber etwas, das sich momentan ganz und gar nicht richtig anfühlt. Trau dich also, nachzuforschen. Wie Ana. T. Forrest Sagt:

„Never waste a good trigger!“

Triggerpunkte

Auslöser, sogenannte Triggerpunkte, können sehr unterschiedlich sein. Gefühle, Gedanken, Situationen, Gerüche… daher ist es sehr wichtig, dass du für dich auf die Suche gehst. Yoga kann dir dabei helfen, auf dieser Suche ruhig und klar zu bleiben und immer wieder zentriert zu werden. Dein „wahres Selbst“ ist frei von Panik, mit ihm kannst du dich erforschen, ohne Angst haben zu müssen, hinter der nächsten Ecke etwas zu sehen, was dieses Selbst erschüttert. Dieses „wahre Selbst“ würde ich deine tiefe, wilde Natur nennen. Sie ist frei von Sorge, Angst oder gar Panik. Sie ist das, was dich in dir festhält, worauf du vertrauen kannst. Während der Geist schnattert und dich in die schlimmsten Horrorszenarien reinquatscht, ist es deine ruhige, tiefe Natur, die sich das Schauspiel ansieht und dann fragt: was war das? Was stimmt hier nicht?

Yoga gegen Panikattacken

Es kommt nichtmal so sehr darauf an, welchen Yogastil du praktizierst: Yoga gegen Panik ist ein wunderbares Mittel. Du lernst wieder tief zu atmen, so dass dein Körper im Allgemeinen entspannter wird und die flache Atmung wieder verlernt. Yoga hilft dir, wieder Vertrauen zu dir selbst aufzubauen und in Kontakt mit deinen Körper zu kommen. Denn während einer Panikattacke kommt schnell das Gefühl auf „Was macht mein Körper da mit mir?“. Nach nur kurzer Zeit mit Yoga wirst du feststellen, dass du verbundener mit deinem Körper bist, als du denkst, und dass er das tiefe Bedürfnis hat, mit dir und nicht gegen dich zu arbeiten. Dein Körper möchte, dass es dir gut geht. Geh nicht so hart mit ihm ins Gericht, wenn er während einer Panik nicht so recht weiß, was er da tut. Eine fließende Praxis hat mir geholfen, durch eine Panik zu fließen. Es fühlt sich dann mehr an, als würde man surfen. Und jede Welle ist einmal vorbei. Danach kannst du durchatmen. Kämpfe nicht gegen diese Welle an, sondern werde weich und lass sie fließen. Du erschöpfst dich nur, wenn du versuchst, gegen diesen Strom zu schwimmen.

Das Gefühl von Enge ist außerdem ein Punkt, an dem Yoga gegen Panikattacken ansetzen kann. Eine regelmäßige Praxis hilft dir, die Ursachen für die Panikattacken zu erforschen, während du bestimmte Asanas in akuten Situationen anwenden kannst. Das muss nichts großartiges sein, aber wenn du es schaffst, deinen Brustkorb während einer Panikattacke wieder zu öffnen, bist du einen Schritt weiter, die Kontrolle zurück zu erlangen. Stelle dich in die Baumposition, die Füße fest mit dem Boden verbunden und hebe dein Brustbein. Deine Schulterblätter fallen locker nach hinten unten. Spüre kurz, wie weit sich dein Brustkorb öffnen lässt und dann umarme dich selbst. Greife mit den Armen um dich und gebe dir selbst das Gefühl der Geborgenheit. 

Lerne, die Wellen zu reiten und dich durch eine Panik zu atmen.

Erinnere dich die ganze Zeit daran, dass alles gut ist. Du bist in Sicherheit und dein Körper und Geist spielen nur jetzt gerade verrückt. Es gibt nichts, wofür du dich schämen müsstest.