Yoga-Buch

Am 04.10. war es endlich so weit: mein erstes Yoga Buch „Eat me, Kali. Die Seele isst mit – Durch Yoga zu einem gesunden Essverhalten“ ist beim Windpferd-Verlag erschienen und in jedem Onlinebuchhandel und bei dem Buch-Shop deiner Wahl erhältlich.

Yoga war ein wichtiger Aspekt in meiner Heilung, um wieder in den Kontakt mit meinem Körper zu kommen. Was braucht er? Was will er mir mitteilen? Bei einer Essstörung wird der Körper eine Projektionsfläche, man verliert die Verbindung, die sich durch eine regelmäßige Praxis wieder aufbauen und liebevoll vertiefen lässt. Yoga hat mir ein Selbstbewusstsein gegeben, das aus Achtsamkeit, Selbstliebe und Eigenverantwortung entstanden ist. Außerdem haben sich körperliche Blockaden gelöst, so dass ich wieder Zugang zu Emotionen und auch Traumata hatte, die sich durch Verspannungen im Körper festgesetzt hatten. Dieses Verständnis vom Wechselwirken von Emotionen, Gedanken, dem Körper und unser Handeln ist ein wichtiger Aspekt der Heilung bei Essstörungen. So kann man dem wirklichen Problem, das hinter dem ungesunden Essverhalten liegt, auf die Spur kommen.

In meinem Buch möchte ich dir Asanas zeigen, die mir besonders geholfen haben. Es gibt also einen umfangreichen Praxisteil, der all die Theorie rund um das Thema Yoga und Essstörungen vertieft und erfahrbar macht.

Auszug aus „Eat me, Kali“

„Um uns zu erneuern, müssen oft Teile von und in uns sterben. Sich auf den Weg aus einer Essstörung zu machen bedeutet, sich zu transformieren. Ganz ehrlich: ich hatte richtig Angst davor. Wer wäre ich, wenn nicht „die Magersüchtige“? Was würde zum Vorschein kommen? Womit würde ich dann konfrontiert werden? Kann ich das schaffen?

Den Rettungsring „Essstörung“ loszulassen kann einen in Panik versetzen. 

Irgendwann war ich es allerdings Leid. Ich wollte mehr von meinem Leben, als mir Gedanken darüber zu machen, was ich gerade esse oder eben nicht esse. Ich hatte keine Kraft mehr, mir das Essen erst zu verdienen, indem ich arbeitete, fleißig war oder etwas für andere getan hatte. Ich wollte wissen, was sich da verbirgt, es transformieren und wieder in meine Kraft finden.

Dieser dynamische, mütterliche, kraftvolle, aber auch strenge Aspekt von der hinduistischen Göttin Kali hat mir dabei unheimlich geholfen. Besser gesagt: diesen Teil in mir selbst zu aktivieren. Das fühlte sich anfangs sehr sonderbar an und ich muss gestehen, dass meine Energie (auch heute noch) ab und an in die falsche Richtung gegangen ist. Ich stieß auf Wut, Trauer, Frust, aber auch auf Liebe, Kreativität und Kraft, als ich diesen Weg in meine Schattenseiten gegangen bin.“

Der Moment, in dem du dir selbst erlaubst, dich auf die Suche nach deinen wahren Bedürfnissen zu machen, ist der erste deiner Heilung. Einige davon musst du selber realisieren und vor allem dir selbst erlauben. Aber du hast das Recht auf Hilfe. 

„Yoga kann dir helfen, Körper, Geist und Seele wieder zu verbinden, so dass du die Art und Weise, wie die drei zusammen wirken und sich in der Außenwelt verhalten, besser erkennen kannst. Was ich damit meine? Bei jeder Essstörung, egal welcher Ursache, formt sich eine Illusion von dem, wie man den eigenen Körper wahrnimmt, wie man ihn im Raum erfährt und welche Gefühle real sind. Im Yoga bezeichnet man diese Illusion als „Maya“ und das Nicht-Wissen als „Avidya“. Dabei ist nicht das Nicht-Wissen im Sinne von Dummsein gemeint, sondern der falschen Wahrnehmung und dem Nicht-Wissen von dem, was ist. 

Durch eine regelmäßige Praxis von Yoga schaffst du es, wieder in Balance zu kommen und damit körperliche, seelische und psychische Symptome abzuschwächen. Und noch ein weiterer, wichtiger Punkt beim Yoga: es geht darum, das Glück in sich selbst zu finden. Du wirst gewiss schon zig schickimicki Yogis gesehen haben, mit Muckies hier und perfektem Bauch da. Das ist nicht besser als jedes andere Hochglanzmagazin, das einem vorgaukelt, wie du auszusehen hast. Gib eine Fuckasana da drauf (gemeint ist der Mittelfinger) und beginne deinen Weg in dein Inneres. Du wirst feststellen, dass du mehr als nur dein Körper bist und Zufriedenheit, Glück und Liebe finden. Wenn du von Avidya zu Vidya, dem Wissen gelangt bist, bist du gefeit vor weiteren Illusionen, egal aus welcher Richtung sie kommen und gestärkt sein für Probleme, die uns allen immer wieder im Leben begegnen werden.

Denk vor allem daran: bewerte deine Asanas nicht. Spüre einfach, wie sie sich anfühlen, ohne dabei in Kategorien von „gut“ oder „schlecht“ zu denken. Nimm deinen Körper wahr, aber beurteile ihn nicht. 

Versuche in allen Stellungen gleichmäßig zu atmen.“ 

Schreib mir gern, wie dir das Buch gefallen hat. Außerdem gebe ich Workshops und Kurse zu meinem Buch. Wenn du mich also gern in deinem Yogastudio hättest, findest du unter Kontakt meine E-Mail-Adresse!

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