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Reizdarm und Müdigkeit: Warum deine Verdauung dich erschöpft

Lesedauer 5 Minuten

Wie dein Darm deine Energie beeinflusst

Du bist früh ins Bett gegangen und trotzdem fühlst du dich schlapp? Tagsüber wartest du nur darauf, dass endlich der Kaffee wirkt?
Wusstest du, dass über ein Drittel aller Deutschen immer wieder über Erschöpfung und Müdigkeit klagen?

Müdigkeit und Reizdarm


Machen wir uns nichts vor: das Leben kann einfach verdammt anstrengend sein! Rechnungen, die auf uns warten, politische Entwicklungen, dann ist auch noch das Auto kaputt und die Frage, wie wir das alles schaffen sollen, hält uns wach.

Doch was ist, wenn hinter dieser Müdigkeit noch eine andere Ursache steckt?
Dein Darm könnte eine Rolle spielen. Viele Menschen mit Reizdarmsyndrom klagen nicht nur über Verdauungsstörungen, sondern auch über ständige Müdigkeit. Doch wo liegt der Zusammenhang? Und noch wichtiger: Was kannst du dagegen tun?

Darmbeschwerden und Nährstoffaufnahme – was passiert im Körper?

Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern auch für die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Oft denken wir bei “Darm” nur an den Dickdarm und wenden uns dem zu, ob wir einen entspannten oder schmerzhaften Stuhlgang haben, ob wir Blähungen oder sogar einen Blähbauch haben. Doch dein Darm ist mehr als nur der Kotproduzent! Bereits im Dünndarm beginnt dein Darm, deiner Nahrung Nährstoffe zu entziehen und sie in den Körper zu leiten. 

Wenn dein Darm nicht optimal arbeitet, kann dein Körper Vitamine und Mineralstoffe schlechter aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen und Müdigkeit führt. Besonders betroffen sind:

  • Eisenmangel – kann durch eine gestörte Darmflora oder chronische Entzündungen entstehen.
  • Vitamin-B12-Mangel – oft bei Menschen mit Verdauungsproblemen, da der Darm das Vitamin schlechter verwertet.
  • Magnesiummangel – dieser kann die Muskelfunktion und Energieproduktion beeinträchtigen.

Hier beginnt dann oft eine Abwärtsspirale: unser Darm kann nicht alle wichtigen Nährstoffe aufnehmen -> wir werden erschöpft und weniger widerstandsfähig Stress gegenüber -> unser Darm reagiert auf Stress …

Die Darm-Hirn-Achse: Warum Verdauungsstörungen dein Nervensystem beeinflussen

Wusstest du, dass dein Darm über den Vagusnerv direkt mit deinem Gehirn verbunden ist? Stress, Darmbeschwerden und Entzündungen können das Nervensystem überfordern und Erschöpfung oder Müdigkeit verursachen. Chronische Reizungen im Darm senden Signale ans Gehirn, die zu:

  • Erschöpfung und Konzentrationsproblemen führen,
  • Schlafstörungen begünstigen,
  • das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.

Etwa 80-90 Prozent aller Informationen zwischen Darm und Hirn gehen vom Darm zum Gehirn und nur 10-20 Prozent vom Gehirn zum Darm!
Das bedeutet, dein Darm funkt ununterbrochen über Botenstoffe wie Hormone, über das Darmbiom und Nervenimpulse: “Hallo! Hier stimmt etwas nicht!” und dein Nervensystem versuchst zu reagieren.

Es hat dazu verschiedene Möglichkeiten: Kampf (es versucht die Ursache zu bekämpfen), Flucht (es versucht zu fliehen oder zu etwas hinzukommen, bspw. Nahrung), Ohnmacht (wir kennen das als “Faulheit”).

Heißhunger ist zum Beispiel eine solche Reaktion, die vom Darm ausgelöst werden kann!
Steckt dein Nervensystem in dieser Reaktionsschleife fest, spürst du bald die Folgen: andauernde Müdigkeit, Erschöpfung und gleichzeitig Rastlosigkeit.

Darmfreundliche Ernährung für mehr Energie

Um deine Verdauung zu unterstützen und Energie zurückzugewinnen, solltest du auf eine darmfreundliche Ernährung achten.

Nein, dazu brauchst du keine komplizierten Rezepte oder irgendeinen Firlefanz. Ich erzähle an der Stelle immer gerne von meiner Oma.
Sie wurde 96 Jahre alt und hatte mit einer Darmerkrankung zu tun. Doch sie hatte kaum oder keine Symptome. Warum?

Sie hatte keine überteuerten Supplemente oder Schnickschnack, sondern baute auf simple Routinen im Alltag:

  • Ballaststoffe – Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte fördern eine gesunde Darmflora. Meine Oma meckerte immer, dass sie keinen Apfel mag. Mein Opa schnitt ihn ihr immer in Schnitze und das tat sie nach seinem Tod noch. Einen Apfel am Tag.
  • Fermentierte Lebensmittel – wie Sauerkraut, Kimchi oder Kefir, unterstützen die guten Bakterien im Darm. 
  • Achtsames Essen – langsames, bewusstes Kauen entlastet den Verdauungstrakt. Meine Oma Thea wusste: hastiges Essen sorgt für überflüssige Arbeit im Darm. Je öfter zu kaust, umso mehr entlastet du deinen Darm.
  • Ausreichend Wasser trinken – es klingt fast zu einfach. Aber Wasser kann deine Erschöpfung reduzieren! Denn dein Darm braucht Wasser. Wirklich. Dringend. Dein Darm ist ein Muskel, der innerlich von einer Schleimschicht überzogen ist. Jede Schleimhaut trocknet aus, wenn wir zu wenig trinken. Also gönn dir Wasser gegen deine Müdigkeit!

Stressmanagement für einen entspannteren Darm

Dauerhafter Stress verstärkt Reizdarm-Symptome und führt zu noch mehr Erschöpfung. Deshalb sind Entspannungstechniken essenziell:

  • Atemübungen und Meditation beruhigen das Nervensystem.
  • Bewegung in den Alltag integrieren – Yoga und Spaziergänge sind besonders gut für den Darm.
  • Genügend Schlaf – ein regelmäßiger Schlafrhythmus hilft Körper und Verdauung gleichermaßen.
Nährstoffe für einen gesunden Darm
Photo by Magda Ehlers

5 Nährstoffe, die deinen Darm wirklich unterstützen

Okay, also Ballaststoffe, Stressmanagement und Schlaf laufen bei dir? Und trotzdem fühlst du dich erschöpft? 
Wir können unseren Darm mit wertvollen Nährstoffen versorgen und damit die Abwärtsspirale durchbrechen! Doch wichtig: lass ein Blutbild machen, um zu wissen, wie es um deine Nährstoffe steht.

Diese 5 Nährstoffe helfen deinem Darm dabei, gesund, stark und kraftvoll zu bleiben.

  1. Omega 3. Omega 3 ist eine Fettsäure, die dein Körper braucht, um mit Omega 6 deine Entzündungsprozesse zu regulieren. Als Ernährungsberaterin rate ich von dem Verzehr von Fisch ab. Zum einen sind die Meere überfischt oder die Fische stammen aus Massentierhaltungen und sind daher stark mit Antibiotika behandelt. Zum anderen gibt es tolle Alternativen: Algen. Sie sind reich an Omega 3 und können dich mit diesem wertvollen Nährstoff versorgen.
  2. Vitamin B2. Auch Riboflavin genannt. B2 hilft, deine Schleimhäute gesund zu halten. So eben auch die Darmschleimhaut. Außerdem ist Vitamin B2 an der Verdauung von Kohlenhydraten beteiligt. Veganes B2 findest du in Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Ein beliebter Klassiker: Vollkornbrot mit Hummus.
  3. Vitamin D. Dieses Sonnenvitamin hat es in sich für deinen Darm! Neuste Studien weisen darauf hin, dass Vitamin D die Vielfalt deiner Darmbakterien verbessern und auch das Verhältnis zwischen “guten” und “schlechten” Bakterien positiv beeinflussen kann. Es gibt leider keine Lebensmittel, mit denen du Vitamin D für deinen Reizdarm aufnehmen könntest. Doch es gibt tolle Supplemente! Hier solltest du darauf achten, dass du entweder Vitamin D2 nimmst, das ist immer vegan, oder D3 aus Flechten oder Pilzen. DIESES Vitamin D kann ich persönlich empfehlen.
  4. Vitamin A. Auch dieses Vitamin wirkt sich positiv auf deine Schleimhäute aus. Außerdem kann das “orangene” Vitamin hilft deinem Körper, die Schleimhäute zu regenerieren. Du findest eine Vorstufe von Vitamin A in allen möglichen gelben und orangenen Lebensmitteln wie Mangos, Karotten, Kürbis und Orangen. Daraus baut sich dann der Körper sein benötigtes Vitamin A. Ganz schön cool, oder?
  5. Biotin. Oft liest man von Biotin in Verbindung mit Haaren, da es an der Biosynthese von der DNA beteiligt ist und vermutet wird, dass Biotin Haarausfall abmildern kann. Doch auch unser Darm braucht Biotin! Es sorgt für eine starke Darmbarriere und gleichzeitig dafür, dass sich die guten Milchsäurebakterien ansiedeln können. Witziger Weise können diese Bakterien wiederum selbst Biotin herstellen! Wie sehr unser Körper dieses Biotin aufnehmen kann, ist allerdings unklar. Sojabohnen, Sonnenblumenkerne und Haferflocken sind tolle Biotin-Lieferantinnen!

Fazit: Energie beginnt im Darm

Wenn du dich oft müde fühlst, lohnt es sich, deinen Darm genauer zu betrachten. Bitte sieh dabei aber davon ab, Stuhlproben aus dem Internet oder bei Heilpraktiker:innen zu machen. Die sind wissenschaftlich nicht haltbar und meist überteuert.

Stattdessen hilft es, einen Blick auf deine Ernährung zu werfen, dein Nervensystem zu betrachten und zu regulieren und gezielt deinem Darm etwas Gutes zu tun.

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