Yoga bei PMS und während der Periode

Der Artikel schwebte mir irgendwie schon lange im Hinterkopf. Yoga bei PMS und während der Periode. Auf Pinterest gibt es zwar schon unzählige Grafiken dazu, aber warum sollte ich nicht auch meinen Senf dazu geben? Inspiriert von der wunderbaren Daniela von Leuchtende Kriegerin habe ich mich also hingesetzt, um über die Zeit vor und während der Blutung zu schreiben, in der menstruierende Menschen* angeblich überempfindlich und nicht ganz sie selbst sind.

Was genau ist PMS?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet einen Komplex von Symptomen, die sowohl körperlich, psychisch als auch seelisch sein können. Die Liste von diesen Symptomen ist lang und lässt jedes Pharmazeutika-Herz höher schlagen: von Schmerzen unterschiedlicher Art (Brust, Rücken, Kopf) hin zu Übelkeit, Blähbauch, Abgeschlagenheit auf der körperlichen Ebene und/oder depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und Reizbarkeit auf der emotional-psychischen Ebene. Natürlich gibt es zu allem eine Tablette oder Tropfen, denn viele Menstruierende sind stark in ihrem Alltag eingeschränkt, wenn sie unter dem prämenstruellen Syndrom leiden. Natürlich, denn das heutige Leben nimmt leider nicht so viel Rücksicht darauf, in welcher Phase unseres Zyklus´ wir uns befinden. Dabei leiden rund 75% der Frauen* unter PMS. Die Dauer und Ausgeprägtheit kann dabei stark variieren. Während manche Frauen bis zu 14 Tage mit PMS zu kämpfen haben und sich durch die Tage schleppen, spüren andere vielleicht über zwei, drei Tage ein Ziehen in der größer werdenden Brust.

Außerdem setzt jetzt das Gefühl ein, dass man immer schwammiger, aufgeblähter, voluminöser (mir fallen noch zig andere Wörter dafür ein) wird. Nicht nur, dass jegliche Schokoladen- oder Eisvorräte vernichtet werden, der Heißhunger kann teilweise monströse Ausmaße annehmen. Dabei ist vor allem das Anschwellen der Gebärmutter aber der Grund, warum die Hose vermutlich etwas enger geworden ist, und nicht der Pott Eis…

Vom Regen in die Blutung

Ist dann diese Zeit überstanden, folgt die Blutung. Bei manchen Menschen ist damit der Spuk vorbei und mit dem Menstruationsblut verlässt auch der Dämon „Reizbarkeit“ oder „depressive Verstimmung“ den Körper. Bei anderen hingegen kommen nur weitere Symptome hinzu. Starke Schmerzen im Unterleib und Schwindel sind nicht selten und werden allzu häufig als „das ist halt so“ hingenommen, mit einer Tablette weggeschluckt und führen oftmals, besonders bei jungen Frauen dazu, dass die Menstruation gänzlich gehasst wird. Ich möchte nicht zu weit ausholen, aber nicht nur die Symptome, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Beschwerden sind oft ein Auslöser dafür, dass Frauen ihren Körper und die damit verbundenen Wunder ablehnen. Denn wenn man sich trotz Schmerzen in den Tag quält und sich vielleicht noch Sprüche anhören muss („Stell dich doch nicht so an.“ Oder „Die hat wohl ihre Tage“), setzt das auch der Seele zu. Viele greifen deswegen zur Pille und nehmen sie einfach durch. Am besten gar nicht bluten! Und schaden damit ihrem Körper und ihrem natürlichen Rhythmus.

Dabei muss es zum einen nicht so qualvoll sein, um zum anderen hilft ein Perspektivwechsel, um die Menstruation und PMS im anderen Licht zu sehen.

Die Körperintelligenz oder: Schluss mit Bullshit

Momentan kann ich leider meinen Körper nicht ganz so intensiv spüren, wie ich es sonst tue. Normalerweise müssten langsam die körperlichen Veränderungen einsetzen und auch meine Stimmung müsste sich ändern. Allerdings habe ich seit zwei Wochen entzündete Nerven in meinem Schulterbereich und bin voll auf Schmerzmittel, so dass offenbar meine Periode ausbleibt. Was tatsächlich nett ist von meiner Gebärmutter. Ich wüsste nämlich gerade nicht, wie ich das machen sollte: mein rechter Arm ist bewegungseingeschränkt und mein linker ist einfach zu doof, um eine Menstruationstasse adäquat einzusetzen. „Lass laufen“ war ein Rat, aber meine Menstruation hat ohnehin gern die gesamte Aufmerksamkeit und ist gewillt, noch ein paar Tage auf ihren Auftritt zu warten. Yoga bei PMS mache ich trotzdem, kann ja nicht schaden. Denn ich wollte hier gar nicht großartig Übungen vorstellen (mache ich aber am Ende des Artikels noch), sondern auf etwas anderes hinaus: was, wenn die Stimmungsschwankungen und die Reizbarkeit gar nicht die Ausnahme sind? Wir sind nicht „sensibler“, sondern geben uns einfach weniger Bullshit. Nicht unsere Stimmung ist falsch, sondern unser Körper weist uns darauf hin, was wir den restlichen Monat über ignorieren. Unser Geduldsfaden ist kürzer und das zu Recht, wenn du dir anschaust, was du dir die ganze Zeit über gibst: wie oft sagst du „ja“ obwohl du „nein“ meinst? Wie oft steckst du deine Bedürfnisse zurück? Wie oft gehst du über deine Grenzen? Vor und während der Periode solltest du also ganz genau darauf achten, welche Shit-Show du dir nicht mehr geben kannst und worauf du besonders allergisch reagierst.

Während der Menstruation sind wir im engen Kontakt mit unserem Körper und ich stelle die mutige Behauptung auf: wenn wir uns Zeit nehmen würden, in diesen Kontakt hineinzugehen, vor, während und nach der Blutung, müsste unser Körper gar nicht mit so starken Geschützen aufwarten, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen.

Es ist ziemlich faszinierend, wenn man ein Tagebuch führt und das mal mit dem Menstruationskalender abgleicht: die Gedanken, Probleme und Fragestellungen haben ebenfalls einen Rhythmus. Ohne es mitzukriegen, bearbeiten unser Körper und unser Mind unsere Angelegenheiten und wir beschweren uns, dass unser Kopf schmerzt. 

Natürlich haben viele Symptome auch einfach körperliche Ursachen. Die Hormone durchfluten unseren Körper und die Gebärmutter wächst und auch krankhafte Veränderungen können zu Schmerzen und Unwohlsein führen. Es macht auf jeden Fall Sinn, bei starken, wiederkehrenden Beschwerden eine*n Gynäkolog*In aufzusuchen. Lass dich dabei aber bitte nicht mit der Pille abspeisen. Noch immer gibt es viele Ärzte/Ärztinnen, die in der Pille das absolute Wundermittel sehen. Ich selbst musste sie nie nehmen, habe aber in meinem Umfeld keine einzige Frau, die gern die Pille genommen hätte, da die Nebenwirkungen einfach zu stark waren.

Yoga gegen PMS und Menstruationsbeschwerden 

Welche Übungen sind nun also gut, um körperliche oder auch seelische Symptome vor und während der Menstruation zu lindern? 

Zunächst wäre da die Fuckasana. Der Mittelfinger. Sag einfach mal „nein“, wenn es dir nicht gut geht und ziehe Grenzen. Setz dich selbst an die erste Stelle und kümmere dich um deine Bedürfnisse. Das klingt narzisstisch, ist aber unfassbar gesund, wenn du wieder mit deinem Körper in Kontakt kommen willst. In einen friedlichen. Viele Frauen berichten, wie sich ihre Menstruationsbeschwerden verabschiedet haben, als sie sich aus einer emotional erdrückenden Beziehung verabschiedet haben. 

Aber es gibt auch Asanas, die beispielsweise den Beckenboden entspannen. Wie der liegende Schmetterling (hört sich nicht nur süß an, ist es irgendwie auch), bei dem du dich auf den Rücken legst und deine Fußsohlen zusammenbringst, so dass deine Knie nach außen fallen. Das entlastet den unteren Rücken und hilft deinem Beckenboden, weicher zu werden. Auch der Wechsel zwischen Katze und Kuh kann Schmerzen im Rücken und Unterleib lindern. Im Vierfüßlerstand wechselst du dabei zwischen einem Buckel und Hohlkreuz und rollst vom Becken aus über die gesamte Wirbelsäule von einem Tier zum anderen. Wenn du dich dann nach hinten sinken lässt, kommst du in die Stellung des Kindes und kannst deinen gesamten Körper loslassen.

Manche Menschen finden während der Periode Umkehrstellungen unangenehm, andere finden sie super, um für eine Zeit den Druck aus dem Becken zu nehmen.

Wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst. Vielleicht möchtest du lieber nur meditieren oder nur Netflix schauen, vielleicht hast du Bock auf eine anstrengende Ashtanga-Session. Lass dich nicht von Regeln aufhalten, sondern gehe in Kontakt mit deinem Körper, um herauszufinden, was euch beiden helfen würde.

Happy PMS!

 

*ich schließe hier auch Menschen ein, die sich nicht als (Cis)Frau definieren.

Morgenrituale

„Meine Morgenroutine sieht so aus: ich sitze auf der Bettkante und wiege mich vor und zurück!“, dachte ich, als es in einer Instagramstory um morgendliche Rituale ging. Am nächsten Morgen dann machte ich eine verblüffende Entdeckung: ich habe meine ganz eigenen Rituale, die mich motivieren, zentrieren und vor allem auch gesund halten. Körperlich und mental. Jedenfalls so gesund es eben manchmal geht, wenn alles drunter und rüber läuft. Wie mein persönlicher Morgen so aussieht und warum ich immer nah dran bin, in einen Trott zu verfallen, erfährst du hier.

Erst Kaffee, dann Welt

Die meisten Menschen greifen direkt nach dem Aufwachen nach dem Handy. Dadurch, dass es für viele Wecker, E-Book und allgemeiner Nachrichtendienst in einem ist, ist die Versuchung groß, es direkt neben dem Bett liegen zu lassen. Was aber passiert, wenn wir, noch nicht ganz in der Welt, direkt Nachrichten checken? Unsere morgendlichen Rituale definieren, wie der restliche Tag wird. Natürlich nur als Basis, aber jeder kennt das Sprichwort „mit dem falschen Fuß aufstehen“. So können wir auch mit den falschen Nachrichten aufstehen. Wie viele Nachrichten vermitteln uns direkt am Morgen, dass wir a) durchgehend erreichbar sein müssen, b) unsere To-Do noch weiter gewachsen ist, c) sich jemand bei uns Luft machen und seinen Frust ablassen will? Leider zu viele. Kurz gesagt: direkt verkackt.

Ich habe mir angewöhnt, erst bei meinem ersten Kaffee Nachrichten zu checken. Und Kaffee ist mein erstes morgendliches Ritual. Danach bin ich bereit für die Welt. Es ist aber wichtig, dass ich den Kaffee nicht bis in die Ewigkeit in die Länge ziehe. Meistens bis zu einer Stunde gönne ich mir die Zeit, anzukommen, mir eventuell Notizen zu machen, was mich grad beschäftigt oder woran ich denken möchte, wenn ich wirklich richtig wach bin – nach meiner morgendlichen Routine. Da ich selbstständig bin, habe ich selten Termine am Morgen, die mich zwingen, im Büro zu sein. Um weiterhin eine Struktur zu haben, kam es also irgendwann zu dieser Stunde.

Mit Yoga in den Tag

Wenn nicht wirklich etwas anderes wichtiges ansteht, geht es dann ab auf die Matte. Bis zu 90 Minuten. Meistens aber, so unter uns, weniger. Bevor dann allerdings die Asanas losgehen wird geräuchert. Jeder kennt die Räucherstäbchen. Ich stehe auch auf Salbei und Sandelholz. Es macht die Yogasession einfach zu etwas besonderem. Zu einem Ritual. Für das ich mir Zeit nehme. Dabei setze ich entweder eine Intention für meine Praxis, lasse das, was ich mir beim Kaffee vorher aufgeschrieben habe, los oder aber spüre einfach bewusst in meinen Körper, was er heute brauchen würde.

Morgenrituale Räuchern

Danach können sehr unterschiedliche Dinge passieren. Vom Flow über intensives Muskeltraining bis hin zu meditativen Stretchings. Erlaubt ist, was gut tut. Dabei kehren manche Elemente immer wieder, weil ich im Laufe der Jahre gemerkt habe, dass sie meinem Körper oder Geist besonders gut tun.

Morgenrituale der Sonne entgegen

Raus in die Natur

Kaffe: check, Yoga: check. Danach: Hund wecken. Emma schläft meistens bis 11-12 Uhr, so dass ich alles ganz entspannt machen kann, bevor sie sich meldet. So hat sich unsere gemeinsame morgendliche Routine über die Jahre eingespielt. Nach dem Duschen geht es also raus in die Natur. Den Kopf frei machen für den restlichen Tag. Eventuell die ersten Telefonate machen.

Morgendliche Rituale als Basis für den Tag

Es können also sehr einfache Dinge sein, die den Tag besser einleiten als nervig Mitarbeiter oder grimmige Kollegen. Was ist deine morgendliche Routine? Gibt es etwas, das du verbessern möchtest? Oder fällst du einfach aus dem Bett und hoffst, dass du weich landest?

Mit Yoga zur inneren Ordnung

Es gibt Phasen im Leben, in denen es einfach läuft: man ist motiviert, inspiriert und extrem kreativ. Ein Perpetuum Mobile des Schaffens. Auch wenn man wenig schläft, ist man irgendwie ausgeruht und sprüht vor Enthusiasmus. Und dann gibt es eben die anderen Phasen. Die es Umbruchs. Des Wandels und der Unsicherheit. In solchen Zeiten braucht es eine größere Anstrengung, den Dingen, die einem sonst Spaß machen, nachzugehen und sich zu konzentrieren. Oftmals hat man auch das Gefühl, dass man in diesen Zeiten noch weitere Komplikationen anzieht. Ich tendiere dann dazu, mich verstecken zu wollen. Am besten in der Natur, wo alles irgendwie einer rhythmischen Ordnung folgt. Einer Ordnung, die ich auch immer wieder in meinem Leben suche. Und im Yoga finde.

Der Wunsch nach Klarheit

Je chaotischer alles um uns herum ist, desto größer wird der Wunsch nach Ruhe und Klarheit. Kein Wunder, dass wir uns stattdessen immer mehr verstricken: unsere eigenen Gefühle und Wünsche, Ängste und Sorgen treffen auf die von anderen. Im unglücklichsten Fall, sind es entgegengesetzt Gefühle und Bedürfnisse. Sei es bei einer partnerschaftlichen Trennung, die von einem der beiden ausgeht und der andere bleibt verletzt zurück, bei einem anderen Lebenswandel oder auch bei Stagnation im eigenen Leben: die Ungewissheit, wie es weitergehen soll, drängt einen nur noch weiter in die Abwärtsspirale. Die gewünschte Klarheit bleibt es, je mehr man sich darauf versteift, möglichst schnell eine Antwort zu finden.

Ich bin sehr lösungsorientiert. Es fällt mir wirklich schwer, Situationen, die mir oder anderen weh tun, zu ertragen und aufrecht zu erhalten. Aber nicht immer ist eine schnelle Lösung die Antwort. Manchmal muss man den Wunsch nach Klarheit Wunsch sein lassen und die Kontrolle loslassen.

Kontrolle vs. Durchblick

Stell dir vor, deine momentane Situation ist der Sturm und du der Kapitän auf dem Schiff, das ich mal ganz romantisch „Leben“ nennen würde. Du reißt das Steuer hin und her, aber die Wellen peitschen dein Schiff gegen deinen Willen in die unterschiedlichsten Richtungen. Es wird Zeit zu akzeptieren, dass du keine Kontrolle hast. Das bedeutet nicht, dass du das Steuer loslassen und dich deinem Schicksal überlassen sollst, sondern dass du akzeptieren musst, dass es manchmal einfach nicht möglich ist, die Kontrolle zu behalten. Stattdessen kannst du versuchen, den Durchblick zu bekommen oder zumindest deinem Blick etwas mehr Klarheit zu verschaffen:

  • was ist die Ist-Situation?
  • kannst du dich entziehen? Wenn ja: welche Konsequenzen hat das? Wenn nein:
  • kannst du die Situation positiv beeinflussen? Wenn ja: wie? Wenn nein:
  • was würde dir helfen, durchzuhalten?

Nur weil du eine Situation nicht beeinflussen kannst, heißt das nicht, dass du völlig machtlos daneben stehen musst. Du hast vielleicht keinen Einfluss auf das Chaos, aber du kannst die Ordnung dahinter finden.

Its okay not to be okay

Alles hat einen Rhythmus

Manchmal habe ich das Gefühl, einfach durchhalten zu müssen. Auch wenn ich eigentlich keinen Schritt weiter gehen kann und die Probleme oder Herausforderungen sich nur noch häufen. Das Chaos verschlimmert sich. Und ganz ehrlich: ich könnte non-stop heulen. Besonders nach einer gewissen Zeit, von der man glaubte, dass man nur noch ein ganz kleines bisschen durchhalten müsse, dann wird alles besser. Nur noch ein ganz klein wenig. Und tatsächlich: irgendwann löst sich jede Situation auf. Jeder Konflikt. Nichts ist ewig, alles folgt den Bewegungen der Wellen. Es ist ein Kommen und Gehen. Und trotzdem darf man den Mut auch mal verlieren. Es ist okay, nicht okay zu sein. Auch wenn positives Denken hilft, ist manchmal einfach die Kraft verbraucht. Dann hilft mir Yoga.

Yoga als Mitte des Sturms

Kommen wir zu dem Sturm zurück. Ein Tornado hat in seinem Zentrum einen ruhigen Punkt, an dem es windstill ist. Je größer das Chaos ist, umso wichtiger ist es, einen Punkt zu finden, der nicht von anderen abhängig ist, um wieder zur Ruhe und Halt zu finden. Einen Nordstern.

Yoga hilft dir:

  1. einen eigenen Rhythmus zu finden durch eine regelmäßige Praxis
  2. ein Körper wird durch den Atemfluss beim Yoga beruhigt
  3. dein Geist klärt sich und hilft dir, zu sehen, was ist
  4. du widmest dich dir selbst und signalisierst dir, dass du dich um dich kümmerst
  5. auf deiner Matte hast du die Kontrolle und kommst mit deinem Körper, Geist und deiner Seele zusammen

Hinweise, welche Yogaübungen für dich richtig sind und welcher Yogastil dir helfen kann, zu deiner ganz persönlichen Praxis zu gelangen, findest du in meinem Artikel über Yoga für Einsteiger.

Zugegeben: dieser Artikel ist aus dem Chaos entstanden. Momentan versuche ich noch, den Durchblick zu finden. Die Balance zwischen aushalten und loslassen, Kontrolle und Vertrauen. Und komme immer wieder auf meine Yogamatte zurück, um nicht völlig aus dem Rhythmus zu kommen. Wie gehst du mit Chaos in deinem Leben um?

 

Atme dich frei

Atemtechniken für mehr Raum

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie sehr sich dein Atem verändert, wenn du gestresst bist oder dich dann entspannst? Ganz automatisch wandert unsere Atmung von unserer natürlichen Bauchatmung nach oben in den Brustkorb. Die Atemzüge werden schneller und flacher und ehe wir uns versehen, sind wir in einem Atem-Gefühls-Kreislauf. Denn unsere Atmung hat einen direkten Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Möchtest du mehr Freiheit atmen? Dann lies weiter!

Körper-Seele-Geist-Verbindung

Über den Atem können wir perfekt die Verbindung zwischen dem Körper, der Seele und dem Geist wahrnehmen. Je flacher unser Atem wird, umso gestresster fühlen wir uns und unter Stress kann unser Körper nicht mehr gesund funktionieren. Aber warum ist das so?

Der Atem ist ein biochemischer Vorgang. Sauerstoff wird eingeatmet und Kohlendioxid wird ausgeatmet. Wird nun unsere Atmung flacher, atmen wir nicht mehr genug Kohlendioxid aus. Die Folge ist ein Ungleichgewicht. Die Zellen werden nicht mehr ausreichend versorgt, Abbauprodukte nicht mehr abtransportiert. Der Körper wird blockiert. Wir fühlen uns blockiert, energielos, matt, aber dennoch rast unser Herz. Wenn wir dagegen tief und gleichmäßig atmen und im Schnitt länger ausatmen als einatmen, können wir spüren, wie unser Körper entspannt. Adrenalin wird abgebaut, der durchgehende „Flucht-oder-Kampfreflex“, auch „Stress“ genannt, wird gehemmt und unser Körper lässt langsam los. Auch unser Geist kann entspannen und wenn unser Geist entspannt, fühlt sich auch unsere Seele wohl.

Pranayama: die Atemübungen

Im Yoga nennt man bewusstes Atmen und Atemtechniken „Pranayama“. Prana = Lebensenergie, „ayama“ = kontrollieren, erweitern. Nach Patanjali ist Pranayama das vierte Glied des Raja-Yoga oder Ashtanga-Yoga und soll Körper und Geist durch Atemtechniken wieder zusammen führen. So weit, so gut. Für uns heißt das also: dieses wunderbare Geschenk „Atem“ kann uns krank machen oder uns helfen, unsere innere Mitte zu finden, unsere Natur auszuleben und entspannt und selbstbewusst im Leben zu stehen. Denn diese Lebensenergie ist es, die uns motiviert, die uns entfacht, wie ein Feuer entfacht wird, in das man hineinbläst.

Genau jetzt lade ich dich ein, kurz inne zu halten. Atme ein. Halte den Atem an…3..2..1.. und atme aus für 6…5…4…3…2…1…0. Und jetzt leg deine rechte Hand auf den Bauch. Atme ein. Drücke dabei die Hand mit dem Bauch weg. Und 3..2..1. und ausatmen…6…5…4…3…2…1…0. Atme jetzt bewusst weiter. Herzlichen Glückwunsch! Du hast ganz nebenbei Pranayama gemacht!

Natürliches Atmen lernen

Unser Körper kann eigentlich, wie man es an Babys sieht, ganz natürlich tief atmen. Denn unser Körper möchte, dass es uns gut geht. Er möchte, dass wir gesund, leistungsstark und kreativ sind. Wir haben es nur leider verlernt, gleichmäßig atmen. Aber alles, was man verlernt, kann man wieder lernen! Wir können, ganz wissenschaftlich, Stress wegatmen.

Du kennst sicherlich das Gefühl, wieder aufatmen zu können. Wir halten in schwierigen Situationen den Atem an. Sei es, wenn wir ein wichtiges Gespräch führen müssen, bei dem wir uns unter Druck gesetzt fühlen, wenn wir versuchen, uns vor unserem/unserer Partner*in auszudrücken und Angst haben, wie er oder sie reagiert, oder auch beim Autofahren. Wir halten den Atem an. Danach atmen wir durch. Stattdessen müssen wir lernen auf unserem Atem durch diese Situationen hindurch zu reiten. Unser Atem ist unser Verbündeter, der uns hilft, emotional stressige Situationen durchzustehen und uns mit unserem Zentrum zu verbinden, so dass wir authentisch, natürlich und intuitiv handeln können.

Atemübungen wirst du unter „Tutorials“ finden. Bis dahin: breathe, just breathe! Atme in deinen Bauch!

Wusstest du, dass Buddha immer mit einem heraushängenden Bauch dargestellt wird, weil man sagt, dass ein dicker Bauch eine tiefe Atmung und damit viel Prana, also Lebensenergie bedeutet? Ein Bauch ist sexy! Zeig ihn! Atme in ihn!

Der Geist – die Kammer des Schreckens?

Zunächst einmal möchte ich hier auf einen gravierenden Fehler in der Übersetzung hinweisen. „Harry Potter and the chamber of secrets“ müsste eigentlich „Harry Potter und die Kammer der Geheimnisse“ heißen. Aber irgendwie machen uns die Geheimnisse, die in unserem Geist verborgen liegen Angst. Sie sind Schrecken, die wir nur ungern antasten, die aber doch in dunklen Stunden oder „schwachen“ Momenten hervorkriechen. Aber ist der Geist tatsächlich eine Kammer des Schreckens? Und wie ist Harry Potter damit fertig geworden?

Ich, der Nerd

Wie du vielleicht gerade bemerkst, bin ich ein ziemlicher Fan von den Büchern über Harry Potter von J.K. Rowling. Sie haben mich in schweren Zeiten begleitet und auch heute noch, nachdem ich alle Bücher quasi auswendig kenne und die Filme mitsprechen kann, ziehen mich ihr Zauber (haha..) noch in den Bann. Die Art, wie Rowling den Menschen mit seinen Ängsten, Geheimnissen, Verzweiflungen, Bedürfnissen und Wünschen zeichnet und gleichzeitig eine Welt kreiert, in der die Magie in unseren Alltag rückt, hat mich auf dem Weg der Heilung immer wieder inspiriert.
Nehmen wir also mal die Kammer des Schreckens. Und unseren Geist.

Die Kammer öffnen

Oftmals passiert es eher unbewusst, dass eine Kammer in uns geöffnet wird. Man nennt es auch „triggern“. Ein Ereignis, eine Berührung oder auch eine Asana im Yoga (dazu gleich mehr) holen eine Erinnerung oder ein Gefühl in uns hoch, das uns leicht überwältigen kann. Je nach Intensität. Es kann sich aber auch wie ein dunkler Schatten anfühlen, der sich langsam in unseren Gedanken ausbreitet und ehe man sich versieht, hängt einem buchstäblich der Kopf zu. Der Geist funktioniert meistens repetitiv, das heißt „sich wiederholend“. Immer wieder kaut er die gleichen Sätze, die wir denken, gehört oder gelesen haben durch und färbt damit automatisch unsere Stimmung. Zum Beispiel die Angst vor dem Verlassen werden ist so ein Gedankengang. Wir sind zunächst durch eine Kleinigkeit getriggert. Unsere Freundin oder unser Freund hat sich nicht gemeldet. Einen ganzen Tag lang. Mittags ist es noch zu ertragen. Dann fangen die Gedanken an. „Er denkt nicht an mich“ oder „sie vermisst mich nicht“. Das steigert sich dann zu „Bestimmt möchte er mit jemand anderen zusammen sein“, „sie ist glücklicher ohne mich“…es wird immer dramatischer, je länger der geist Zeit hat, sich das Szenario auszumalen. Gegen Ende des Tages sind wir dann völlig fertig, die Kammer des Schreckens hat sich geöffnet und der Basilisk, der herausgekrochen ist, hat uns am Genick gepackt. Aber der Grund dafür war nicht wirklich das Ereignis an sich, sondern etwas, was viel tiefer liegt. Eine Angst, die angeschaut werden möchte. In diesem Fall die Verlustangst.

Das Geheimnis lüften

Im Buch muss Harry Potter mit dem Schwert von Griffindor den Basilisken töten. Lange Rede, kurzer Sinn: wir müssen das Geheimnis lüften, bevor es uns lüftet. Und buchstäblich in den Wahnsinn treibt. Natürlich kannst du immer wieder, wenn du getriggert bist, gegen diese Abwärtsspirale ankämpfen und deine Gedanken unter Kontrolle halten. Aber auf Dauer ist es weniger anstrengend, sich anzusehen, was in unserer Kammer des Schreckens verborgen liegt. Woher kommen deine Ängste? Wann wurdest du im Stich gelassen, enttäuscht oder verletzt, dass du jetzt, weil du keine WhatsApp-Nachricht erhalten hast, in Panik gerätst?
Ich selbst ertappe mich auch immer wieder dabei, dass mein Geist von ganz allein anfängt zu schnattern. An manchen Tagen mehr, an anderen Tagen weniger. Manchmal ist er auch völlig motiviert und positiv der Welt gegenüber eingestellt und es fällt mir dann leicht, auf dieser Welle mitzusurfen. Doch wenn grad ein Geheimnis aus dem Keller kriecht, werden meine Nächte schlaflos.
Und auch heute noch kann es passieren, dass mir dann das Essen schwer fällt. Nicht, weil ich mich aktiv dafür entscheide, sondern weil mein Appetit flöten geht. Dann heißt es, sich im wahrsten Sinne des Wortes durchbeißen. Es ist zwar anstrengend, nicht weich zu werden und sich das, was da an Geheimnissen aus der Kammer hochgekrochen kommt, anzuschauen, aber noch anstrengender ist es, immer wieder das gleiche durchzumachen. Die gleichen Ängste. Sei es in Beziehungen, im Beruf oder Alltag. Überall haben wir Glaubenssätze und Muster entwickelt, die wir dann fein säuberlich in unserer Kammer ablegen oder chaotisch reinwerfen und zum falschen Zeitpunkt melden sie sich dann wieder. Zeit also, um Ordnung zu schaffen.

Wie du deine Kammer aufräumst

Irgendwann wird es Zeit, den Großputz zu starten. Unter uns: in meiner Wohnung fällt mir das relativ schwer. Auch wenn ich es ordentlich mag, scheine ich einen Hang zum Chaos zu haben. Aber ich habe auch tolle Freunde, die mir helfen, anzupacken und auszumisten. Zuhause und in meinem Kopf. Denn das wichtigste ist reden. Reden, reden, reden. Anfangs fällt es schwer. Als ich das erste mal in meiner Therapiestunde saß, hatte ich keinen blassen Schimmer, wie das gehen soll. Dieses „reden über sich und die eigenen Gefühle“. Aber es wird leichter und nach und nach lichtet sich das Chaos. Ganz so, als ob du die Wäsche sortierst: das, was du noch behalten möchtest, hängst du zurück, alles andere kommt in einen Müllsack. Dann fragt dich deine Freundin „Brauchst du das wirklich noch?“, und du nimmst es wieder aus dem Schrank und packst es auch in den Sack, der wegkommt. Das funktioniert mit Gedankenmustern genauso.
Hier noch fünf Tipps, um deine Kammer des Schreckens zu bewältigen:

  1. Gefühle zulassen. Wie oben beschrieben, kann Yoga bestimmte Gefühle auslösen. Das liegt an dem Muskelgedächtnis: unser Körper hat die Fähigkeit, nicht nur kognitiv, sondern auch intuitiv Dinge abzuspeichern. Dazu gehören auch Gefühle. Wenn du beginnst, deine Geheimnisse zu sortieren und anzusehen, kann Yoga helfen, deine Gefühle zu lösen und wieder wahrzunehmen. Das ist anfangs beängstigend. Vielleicht fühlst du dich auch überfordert. Ich hatte das auch. „Was genau fühle ich denn?“ Angst? Sorge? Panik? Kummer? Gram? Schuld? Das alles fühlte sich ähnlich an. Mach dir Karten mit den Gefühlen, lass sie auf dich wirken und spüre in dich hinein. Fühle, wie dein Herz schlägt, wie dein Atem fließt, ob deine Schultern aufgerichtet sind oder hängen. Und lasse zu, was da hochkommen mag.
  2. Schreib es auf. Was sind deine Gedankenmuster? Was kriecht da hoch? Gib ihm ein Gesicht, damit du deine Muster besser erkennen kannst. Wenn du schreiben kannst „Ich fühle mich unfähig“ oder „ich habe Angst, allein zu sein“ kommst du der Sache näher. Durch das Aufschreiben kannst du die Dinge aus deinem Geist holen.
  3. Meditiere. Du musst nicht die ganze Zeit auf deinen Gedanken rumkauen. Wie gesagt: oftmals sind sie repetitiv und nicht wirklich hilfreich. Indem du lernst, deine Gedanken durch Meditation zu beruhigen, kannst du neue Kraft schöpfen und erholen. (Simple Meditation, um in den gegenwärtigen Augenblick zu kommen)
  4. Dramatisiere doch mal. Im Ernst. Manchmal ist es ganz gut, dem ganzen etwas mehr Würze zu geben und so richtig auf die Kacke zu hauen. Mach dramatische Musik an, richte alle Spots auf dich und ab geht die Lutzi. Jammere, lamentiere, stell dir das Horrorszenario vor und dann…lache darüber. Es hat ein bisschen was von dem „Rediculus“ Zauber von Remus Lupin (Achtung, es wird kurz nerdig): stell dir deine größte Angst vor und dann verpass ihr etwas Lächerliches.
  5. Versteckte Geschenke. Neben all dem Gekröse, das du in der Kammer finden wirst, gibt es auch viele wundervolle Dinge. Du wirst auch eine ungeahnte Kraft finden, die unter dem Krempel lag. Deine innere Stärke, deine Intuition, Liebe, Verspieltheit, Kreativität und Abenteuerlust. All das sind Dinge, die meistens mit in der Kammer liegen. Indem du beginnst, deine Schrecken und Geheimnisse zuzulassen, lernst du auch, deine wunderbaren Seiten ans Licht kommen zu lassen.

Die Kunst, einfach zu fühlen

Doppelte Emotionen – die Kunst, einfach zu fühlen

Im Laufe des Tages durchleben wir eine Reihe von Gefühlen. Direkt beim Aufstehen ist da bereits eine Laune, wir fühlen uns gut oder schlecht und schon wenige Minuten später kann die Welt anders aussehen. Wir erinnern uns entweder an etwas schönes oder schlimmes, das am Vortrag passiert ist, daran, dass wir gleich in ein Büro müssen, oder wir sind neben dem Menschen aufgewacht, den wir vielleicht gar nicht mehr lieben. Was auch immer es sein mag: nach der ersten Emotion folgt direkt ein Echo, eine zweite, die das erste Gefühl beurteilt. Natürlich steigt auch unser Geist direkt mit ein oder hat dieses Echo-Gefühl sogar ausgelöst und binnen von Sekunden hat sich die Welt wieder ein Stückchen verändert. Doch was wäre, wenn wir lernen würden, einfach zu fühlen?

Einfach fühlen

Heutzutage sind wir es gewohnt, dass unsere Smartphones immer intuitiver arbeiten und wir uns selbst in einem Komplex von Gefühlen und Gedanken verstricken. Wir erleben beispielsweise eine negative Situation: wir haben uns mit einem Menschen, den wir mögen, gestritten. Wut ist vielleicht das erste Gefühl, das wir wahrnehmen. Wir fühlen uns missverstanden. Dann beginnt der Geist zu rattern. Kurze Zeit später kommt vielleicht Scham dazu. Anstatt die Wut kurz da sein zu lassen, dämpfen wir sie, weil wir uns für sie schämen. Wir ziehen uns zurück, denn Scham ist ein unerträgliches Gefühl.
Unter Umständen folgen so viele Echos, dass wir gar nicht mehr wissen, was unsere erste Emotion war. Ach ja, Wut. Warum waren wir nochmal wütend?
Anstatt den ganzen Echos zu folgen, müssen wir beginnen, die roten Faden zu finden, der uns zu dem Ursprung unserer Gefühle führt. Denn um eine Situation zu lösen, müssen wir klar sehen. Sonst kauen wir auf einem Problem rum, das unser Geist geschaffen hat. Wir bekämpfen den Schnupfen, nicht die Bakterien.
Das bedeutet, dass wir lernen müssen, einfach zu fühlen. Wenn wir uns ertappen, unsere Gefühle zu beurteilen, ist es wichtig, inne zu halten.

Die Angst, unfair zu sein

Mir selbst ist aufgefallen, dass ich immer dann ein zweites Gefühl habe, wenn ich befürchte, unfair zu sein. Wenn ich mich zum Beispiel aus einer Situation zurückziehe, weil ich mich überfordert fühle oder merke, dass sie mir nicht gut tut. Anstatt dann dieses Gefühl präsent zu halten und ihm zu folgen, fühle ich mich schuldig. Warum mir die Situation nicht gut getan hat, kann ich dann gar nicht mehr sehen, weil ich in meiner Schuld gefangen bin. Schuldgefühle haben meistens auch noch ein eigenes Echo: die Angst, unfair gewesen zu sein. Wenn wir uns für uns entscheiden, wird es fälschlicher Weise oftmals damit gleichgesetzt, dass wir uns gegen jemanden entschieden haben. Dabei ging es nie um ein Kontra sondern um ein Pro, eine Reaktion der Fürsorge für sich selbst.
Denn selbst wenn wir einmal unfair waren, macht uns das nicht zu schlechteren Menschen. Solange wir mit uns selbst verbunden sind und diese Verbundenheit auch anderen gegenüber spüren, handeln wir aus einem Gefühl der Liebe heraus.

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Die Angst, Gefühle zuzulassen

Es dreht sich immer wieder um die authentischen Gefühle. Die intuitiven Emotionen, die uns klare Signale zu Situationen, Menschen und Ereignissen geben. Aber viele von uns haben gelernt, dass es nicht gut ist, Gefühle zuzulassen. Alte Verletzungen, das Gefühl der Unzulänglichkeit, Verletzlichkeit und Abhängigkeit haben zur Folge, dass wir uns dem gegenüber verschließen, was wir wirklich fühlen. Stattdessen glauben wir den zweiten Gefühlen. Sie sind einfacher zu handhaben. Denn tief im inneren wissen wir, dass sie nur der Bezug sind, nicht der Ursprung.
Mit intuitiven Gefühlen meine ich das Bauchgefühl, das sich meldet, wenn wir mit jemandem zusammen sind. Es ist ein Wissen, das sich durch Wut, Liebe, Traurigkeit, Missverständnis, Vertrauen, Geborgenheit, Vermissen oder anderen klaren Gefühlen ausdrückt.
Dabei handelt es sich nichtmal immer um Gefühle aus der Kammer, sondern um greifbare, präsente Reaktionen, die wir sogar im Körper spüren können.

Trau dich, zu fühlen

Probiere einmal einen Tag lang, einfach zu fühlen. Sobald du merkst, dass du emotional abschweifst und sich weitere Gefühle das erste überdecken, versuche dich zu erinnern und tiefer in das Gefühl zu gehen. Denn es muss Gefühlt werden, um sich auflösen zu können. Entweder, indem es ausgedrückt wird, verfliegt, weil es nicht mehr aktuell ist oder umgesetzt wird durch Aktion der Veränderung.
Du wirst schnell feststellen, dass damit auch eine Akzeptanz für die eigenen Gefühle entsteht und Wut zu Energie wird, Trauer zu Sanftheit und alte Verletzungen heilen können.
So kannst du ein Leben in Authentizität, Verbundenheit und Liebe führen.

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