Den eigenen Körper verstehen

Andere Menschen zu verstehen ist manchmal eine Herausforderung. Aber den eigenen Körper lesen? Warum das ein so wundervolles Geschenk ist, das Du Dir selbst machen kannst und WIE Du lernst, Deinen Körper besser zu verstehen, darüber geht es in diesem Artikel.

…als ich damals Literaturwissenschaften studierte, stolperte ich unweigerlich über die beiden Begriffe Signifikant und Signifikat.
Der erste bezeichnet das Bezeichnende. Signifikat das, was bezeichnet wird. Wichtig dabei ist, dass beide von dem eigentlichen und wirklichen Gegenstand unabhängig sind.
Kurz: das, was ich sage und das, was ankommt, hat nichts mehr mit dem Gesagten zu tun.

„Aber das hab ich doch gar nicht so gemeint!“.
Wir interpretieren, was wir hören, auf der Basis unserer Erfahrungen, unserer Traumata, aber auch unserer Überzeugungen (hallo Glaubenssätze!). Oftmals reagieren unsere Emotionen, bevor wir es überhaupt mitbekommen.
Andersherum können wir uns manchmal auf den Kopf stellen und unser Gegenüber wird uns niemals verstehen. Verletzungen, Eitelkeiten und manchmal auch Sturheit. Oder man redet schlicht aneinander vorbei.

Ähnlich verhielt es sich mit meinem eigenen Körper! Er wollte mir gerne etwas sagen, aber irgendwie kam ich nicht so ganz dahinter, was.
Wenn mich beispielsweise eine Müdigkeit überkam, die ich nicht einordnen konnte oder mein Magen wie aus dem Nichts schmerzte und mein Alarmsystem dadurch direkt funkte.

Wie unser Körper mit uns spricht

Es ist gar nicht immer so einfach, den eigenen Körper zu verstehen. Zum einen: es bringt einem ja niemand bei! Wo ist das Schulfach: Selbstliebe und Körperverständnis? Stattdessen lernen wir eher, wie wir unseren Körper missverstehen. Halsschmerzen? Dafür gibt es doch was zum Lutschen! Ein Pups? Auch dafür gibt´s eine Brause. Müdigkeit? Koffein-Tabletten und dann später zum Schlafen wieder was anderes.

Ich persönlich habe lange Zeit die Signale ignoriert oder mit Medikamenten betäubt. Schmerzen und Unwohlsein waren Dinge, die symptomatisch direkt weggeschoben werden mussten. Ich hatte keine Kapazität und auch keine Ahnung davon. Stattdessen wuchs mein Frust, weil ich nicht verstand, was da eigentlich passierte.

Und damit bin ich sicherlich nicht allein. Viele Menschen erzählen davon, dass sie seit Jahren Kopfschmerzen haben, die einfach nicht weggehen wollen. Oder dass sie stets müde sind, völlig ausgelaugt, ohne dafür medizinische Gründe zu finden.

Unser Körper hat sehr zuverlässige Signale, um uns mitzuteilen, dass etwas nicht stimmt. Sei es auf körperlicher oder auf seelischer Ebene. Das, was wir als störend empfinden, sind seine Möglichkeiten, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen.

Die Signale des Körpers verstehen zu lernen, ist ein unfassbar großes Geschenk. Denn so können wir unsere Ausrichtung im Leben immer wieder neu überprüfen. Wir lernen, im Einklang mit unserem Körper, also mit uns selbst zu leben und damit mehr Erfüllung, Entspanntheit und Selbstliebe in unser Leben einladen. Wenn wir wieder eins werden, ein Team, ein wunderschöner gemeinsamer Organismus, dann haben wir die beste Gefährtin, den besten Gefährten an unserer Seite.

Ich möchte Dir simple, aber effektive Übungen mitgeben, die Du in Deinen Alltag einbauen und so Schritt für Schritt lernen kannst, Deinen Körper zu verstehen.

Um zu verstehen, müssen wir zuhören

Wenn Du mit Deiner Liebsten, Deinem Liebsten zusammensitzt und Dir die Person etwas erzählt, dann bist Du mit Deinem ganzen Wesen da. Deine Aufmerksamkeit liegt dann bei den Worten und der Mimik dieser Person. Die gleiche Aufmerksamkeit wünscht sich auch Dein Körper.

Um jemanden zu verstehen, müssen wir ihm zunächst zuhören. Und zwar ohne zu interpretieren! Wenn Du ein Zwacken spürst, versuche weder direkt einen Grund dafür zu finden, noch eine Lösung. Stattdessen spüre einfach hin. Nimm wahr.

Wie bei dem Signifikant und dem Signifikat. Damit das Wesentliche, also das, was unser Körper uns sagen will, nicht verwaschen wird, lasse seine Signale einfach nur da sein.

Stell Dir vor, dass diese Signale, also Schmerz, Hunger, Durst, Krankheit, Symptom die Pressesprecher Deines Körpers sind. Und dann lausche einfach mal der Pressekonferenz.

Gebe Deinem Körper Platz

Nun hast Du also zugehört. Du weißt, was wo weh tut, wie sich Deine Lunge anfühlt oder ganz allgemein Dein Brustkorb.

Gebe nun Deinem Körper einen Platz. Zum Beispiel in einem Journal, einem Tagebuch. Notiere Dir, was da ist. Auch hier brauchst Du noch gar nicht analysieren. Stattdessen darfst Du Dir notieren, was an dem Tag passiert ist. Oder auch, wie Du mit Deinem Körper umgegangen bist.

Dein Umgang mit Dir

Wenn Du bei Google „Fitness“ eingibst, dann erhältst Du innerhalb von 0,68 Sekunden(!) schlappe 3.070.000.000 Ergebnisse. Diese Zahl kann ich nichtmal aussprechen! Und bei Diät: 30.800.000 in 0,38 Sekunden. Und wenn Du nun Deine Hand auf Dein Herz legst und Dir und Deinem Körper vollständige und authentische Ehrlichkeit erlaubst: wie liebevoll gehst Du mit Deinem Körper um? Wie oft hast Du versucht, ihn zu verändern? Und wie versorgst Du Deinen Körper mit Ruhe, Nahrung und Bewegung?

Wenn Du all das reflektierst, dann geht es Dir vielleicht wie mir: ich musste zugeben, dass ich eigentlich sehr wohl wusste, was mein Körper wollte. Beispielsweise weniger Zucker, ein wenig Stretching, weniger Joggen, frische Luft.

Erlaube Dir 5 Dinge, jeden Tag, die Deinem Körper gut tun. Und beobachte, wie Dein Körper reagiert.

Dein früherer Körper

Wir sind heute das, was wir gestern getan haben. Schmerzen, die wir jetzt fühlen, können ein Echo von dem sein, was wir gestern getan haben. Oder vorgestern. Wenn Du vielleicht mal einen Kater hattest, dann weißt Du: Dein Körper reagierst auf diese Vergiftung und bittet Dich schlichtweg, das in Zukunft zu unterlassen.

Wenn Du Schmerzen spürst, dann erlaube Dir, Deine Hand auf diese Stelle zu legen, zu atmen und einfach zu fragen: Was möchtest Du mir sagen?

Vielleicht weißt Du aber auch schon die Antwort und allein Deine Aufmerksamkeit reicht, um Deinen Körper deutlicher zu verstehen.

Die Angst vor dem Körper verlieren

Du musst Deinen Körper nicht verändern. Du darfst einfach sein. Und auch, wenn Dein Körper momentan noch Dinge tut, die Du noch nicht ganz verstehst: allein die Tatsache, dass Du Dich ihm nun liebevoller zuwendest, wird Dir helfen, die Signale zu erkennen und lesen zu lernen.

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In meinem nächsten Beitrag geht es um Überzeugungen und wie sie unsere Gesundheit beeinflussen. Klicke HIER

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2 Antworten auf „Den eigenen Körper verstehen“

  1. Danke für die Inspiration 🙂 ich arbeite als Tanztherapeutin in einer Klinik und bin ständig am Staunen was für tolle Menschen wie du sich im Internet so zeigen. Liebe Grüße Anna

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